Das MIN-Jahr 2021: Demokratie-Riesenrad, Hendlkunstwerk & eine kleine grüne Insel

Projekte, Zusammenkünfte, Ideen, Niederlagen, Diskussionen – ein reiches MIN-Jahr liegt hinter uns. Was die Manufakturen geleistet und wofür sich die Menschen in der MIN eingesetzt haben, welche großartigen Projekte auf den Weg gebracht wurden und wo es Rückschläge gab – das erfahrt ihr in unserem Jahresrückblick 2021.

 

 

Mit ein bisschen Stolz blicken wir auf das Jahr 2021 zurück, das trotz der allen bekannten Einschränkungen, uns näher an das Stadtgeschehen heranrücken lassen und einiges in Bewegung gesetzt hat. Für den Einsatz – manchmal gar Kampf – um ein nachhaltigeres München danken wir allen MINlern! Wir wünschen erholsame Tage zum Jahresende und schöne Stunden mit den Lieben!

 

MIN organisiert Klimawahl

Zum Ende des Jahres startete der neue Klimarat in München seine Arbeit.

Der Klimarat tagte am 19.11.2021 zum ersten Mal und wird sich mit allen klimarelevanten Beschlüssen des Münchner Stadtrats beschäftigen und Stellungnahmen dazu abgeben. Bis 2035 will München mit Unterstützung des Rats klimaneutral werden.

MIN hat bei der Entstehung des Klimarats eine Wahl initiiert, um jene Repräsentant*innen benennen zu können, die für die Vertretung der Zivilgesellschaft im Klimarat die größte Zustimmung finden.

Nach einem ersten Treffen im November arbeitet der Klimarat am Grundsatzbeschluss 2, einem Maßnahmenkatalog zum Klimaschutz, der Anfang nächsten Jahres abgestimmt werden soll.

Wir freuen uns sehr, dass Sylvia Hladky. Leitern in der MIN-Manufaktur 2, das neu gegründete Gremium als Vertreterin der Zivilgesellschaft mit ihrer Expertise vertritt.

 

Schaffen einer Münchner Nachhaltigkeitsstrategie

Gemeinsam mit dem Referat für Klima- und Umweltschutz gestaltete MIN das Programm für das Stadtrats-Hearing zur Nachhaltigkeitsstrategie. Unter anderem haben wir drei Labs vorbereitet und Thesenpapiere zu den Themen Bürgerbeteiligung, Soziale Gerechtigkeit und Nachhaltigkeitsmanagement entwickelt, die mit allen Teilnehmenden aktiv diskutiert und gestaltet werden sollen.

Das Hearing musste wegen eines Todesfalles im November 2021 verschoben werden und findet voraussichtlich am 01.04.2022 statt.

Aus Sicht der MIN fehlt bisher in der Stadtpolitik eine systematische strategische Zielsetzung und Steuerung. Für eine wirksame Umsetzung braucht es ein Instrumentarium, um den Prozess zu organisieren, die Referate zu aktivieren und referatsübergreifend zu koordinieren sowie den Austausch und Dialog mit der Stadtgesellschaft und den Interessenvertretungen zu führen.

Nur so kann Nachhaltigkeit kooperativ umgesetzt und strategisch weiterentwickelt werden.

 

Bunte Parkstraße – Sommerexperiment Westend-Kiez

Der Weg zum Sommerexperiment Parkstraße war ein steiniger. Dennoch waren wir glücklich, als die kleine blumige Insel zwischen den Hausnummern 16 und 19 von Ende August bis Ende September stand. Insgesamt wurden uns (nur) sechs Parkplätze bewilligt. Einen Sonntag gehörte dieser Abschnitt der Parkstraße den Kindern, die den freien Straßenraum mit sichtlicher Freude genossen. Unsere Vorträge zum Thema Fassadenbegrünung, Mobilität und Lärm durften wir im Forum Schwanthaler Höhe stattfinden lassen und dort gab es auch eine erweiterte Ausstellung zum Westend-Kiez.

Im Vorfeld zum Sommerexperiment fanden drei Online-Befragungen der Anwohner*innen und eine Veranstaltung am Verkehrsmuseum statt, um die Wünsche und Bedenken der Nachbarn in das Projekt einfließen zu lassen.

 

Kontroverse Diskussionen während der IAA

In der Zeit des Sommerexperiments Parkstraße fand die IAA in München statt. MIN diskutierte zum Thema Freiräume und Klimawandel auf dem Mobilitätskongress, sprach während der KonTra IAA und war auch auf der Bühne des IAA Citizens Lab vertreten und stellte das Sommerexperiment Parkstraße in diesem Rahmen vor.

Das Fazit: Es muss sich sowohl auf der kommunaler als auch auf der Bundes- und Landesebene sehr viel ändern, um mehr Freiräume in den Städten zu schaffen und die Klimaschutzziele zu erreichen. Und natürlich muss die Politik bei dem Weg zu nachhaltiger und klimafreundlicher Stadt- und Verkehrsgestaltung deutliche Stellung beziehen und gegebenenfalls auch unbequeme Entscheidungen treffen. Dazu gehört auch der Wegfall der jahrelangen Bevorzugung des Autoverkehrs in den Städten und die Reduzierung der Privilegien der Autobesitzer*innen, sowie eine gerechtere Förderung von alternativer Mobilität.

 

Gegen die Hendlsauerei auf dem Oktoberfest

Mit einer politischen Kunstinstallation und einem „politischen Frühschoppen“ wollten wir im Rahmen des diesjährigen Klimaherbsts in der Manufaktur 5 mit der Stadtpolitik „Tacheles“ reden. Hendlsauerei nannten wir das Projekt und es geht dabei um „the dark side“ des Wiesnkonsums.

Leider konnten wir die Aktion am 15.09.2021 aufgrund fehlender Genehmigung nicht durchführen.

Unser Vorhaben wird aber nur verschoben und nicht aufgehoben. Und zwar auf Mai 2022! Da werden wir laut und deutlich für mehr artgerechte Tierhaltung und mehr Verantwortung für das größte Volksfest der Welt in Sachen Ökologie eintreten! Erfahrt hier mehr über die Hendlsauerei.

 

Freie Fahrt im Demokratie-Riesenrad

Die Lange Nacht der Demokratie fand am 2. Oktober 2021 statt und ermöglichte Inspiration, Begegnung sowie Reflexion zur Bedeutung von Demokratie. Dabei drehte sich „UMADUM – Das Münchner Riesenrad!“, das an diesem Tag zum Demokratie-Rad wurde und unterschiedlichste Workshops u.a. von der Manufaktur 8 in den Riesenrad-Gondeln veranstaltete.

 

Nachhaltiges Zuhause im Prinz-Eugen-Park

Auf dem ehemaligen Gelände der Prinz-Eugen-Kaserne im Münchner Osten ist in den vergangenen Jahren ein neues Quartier mit etwa 1.800 Wohnungen entstanden. Das neue Quartier bietet einen Wohnraum für über 4.000 Menschen. Einen Beitrag in dem neuen Wohnort leistet die Manufaktur 4 von MIN sowie der Münchner Ernährungsrat als Bündnispartner. Gestartet wurde die Zusammenarbeit mit engagiertem Bewohner*innen mit der Entwicklung eines Zielbilds auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit sowie Denken und Handeln in Kreisläufen. Im weiteren Projektverlauf erarbeiten wir in Workshops konkrete Ideen zur Reduktion des Ressourcenverbrauchs, der Abfallmenge und Klimagasen.

 

Digitale Bürgerbeteiligung mit Consul  

2020 hatte die Manufaktur 8 gemeinsam mit Mehr Demokratie e.V. anhand der Sommerstrassen das Beteiligungstool Consul getestet. MIN war dafür im engen Austausch mit der Stadtverwaltung und hat dem IT-Referat die Ergebnisse der Beteiligung und die Möglichkeiten des Tools vorgestellt.

Wir waren deshalb sehr erfreut als der Stadtrat in München Anfang März beschlossen hat, dass Consul in die Pilotphase gehen wird.

Consul ist ein digitales Instrument, das alle Arten von partizipativen Prozessen unterstützt: Bürgervorschläge, Debatten, Bürgerhaushalte, kollaborative Gesetzesverfahren, Interviews, Umfragen, Abstimmungen, etc. Die Open Source-Plattform wird von vielen Kommunen und Städte eingesetzt, wie beispielsweise Würzburg, Paris und Madrid.

Die Plattform ist seit Herbst verfügbar – noch warten wir auf den ersten Beteiligungsprozess mit ihr.

 

Neue Köpfe und frischer Elan – Koordinierungskreis erweitert

Fotocollage neue Mitglieder Koordinierungskreis

Im April konnten wir durch Maren Schüpphaus, Netzwerk Gemeinsinn e.V., Helmut Schmidt, Vorstand bei der Umwelt-Akademie München e.V., Rajka Sickinger-Nagorni, Vorständin im Ernährungsrat, sowie Dr. Markus Hölzl, Mitglied bei Gemeinwohl-Ökonomie Bayern e.V., Verstärkung im Koordinierungskreis der MIN gewinnen.

Der Koordinierungskreis ist das ehrenamtliche Herzstück von MIN. Die Mitglieder werden von den Bündnispartnern für jeweils zwei Jahre gewählt. Sie treffen als Vertreter*innen der Bündnispartner strategische Entscheidungen für MIN, initiieren MIN-Projekte, organisieren die Zusammenarbeit der Bündnispartner, begleiten die Manufakturen und vertreten MIN nach außen hin.

 

Hannah Henker steuert das MIN-Schiff

Großer Erleichterung stellte sich Ende 2020 ein, als wir erfuhren, dass wir eine Regelförderung durch das Referat für Klima und Umweltschutz (RKU) erhalten werden. Der Weg für eine Geschäftsführung war frei. Glücklicherweise konnten wir diese im Februar schnell und kompetent besetzen. Dr. Hannah Henker widmet sich seit diesem Jahr den vielfältigen Aufgaben, die sie in der MIN-Geschäftsstelle erwarten. Die promovierte Mathematikerin ist verantwortlich für die allgemeine Organisation und Kommunikation von MIN, die gesamte Finanz- und Personalverwaltung, die Erstellung von Projektberichten und Förderanträgen, aber auch für die Initiierung von Projekten und den Ausbau des MIN-Netzwerkes.

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