26. April 2022

Nachschlag zum Stadtrats-Hearing zur Nachhaltigkeitsstrategie

Warum wir dringend eine Nachhaltigkeitsstrategie in München brauchen …

Am Freitag, 01. April 2022 fand ein Stadtrats-Hearing zur Nachhaltigkeitsstrategie statt (es wurde vom November auf den Frühling verschoben).

–> Gesamtdokumentation des Stadtratshearings

Die Forderung einer „echten“ gebündelten Nachhaltigkeitsstrategie war 2016 ein zentraler Gründungsimpuls von MIN.

In einem kooperativen Planungsprozess gestaltete das Referat für Klima- und Umweltschutz und MIN gemeinsam das Programm. In diesem wurden 3 Labs gestaltet mit folgenden Themen:

  • MIN-Lab 1: Die Stadtgesellschaft aktivieren und einbeziehen!
  • MIN-Lab 2: Soziale Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit – gemeinsam geht’s!
  • MIN-Lab 3: München braucht ein effektives Nachhaltigkeitsmanagement!

–> Ergebnisbericht aus den Labs

 

Unsere MIN-Mitwirkenden Maren Schüpphaus, Thomas Ködelpeter und Helmut Schmidt leitenden die Labs und schildern hier ihre Eindrücke des Hearings:

MIN-Lab 1: Die Stadtgesellschaft aktivieren und einbeziehen!

„Das Hearing hat gezeigt, wie systematisch vor allem Freiburg und Münster nachhaltige Politik in der Verwaltung koordinieren und auch in Kooperation mit ihren Einwohnenden die Themen vorantreiben. Inspirierend war auch der Auftritt von Wuppertals Bürgermeister Uwe Schneidewind, der Nachhaltigkeit inzwischen zum Kerngeschäft der kommunalen Verwaltung zählt. Besonders gefreut habe ich mich über das wirklich große Interesse der Münchner Stadtgesellschaft und der Referatsmitarbeitenden – auch in den von MIN-organisierten Labs haben wir wertvolles Feedback erhalten können.

Im Lab 1 monierten die Teilnehmenden insbesondere, dass bei den Beteiligungsangeboten der Stadt allzuoft unklar bleibt, welche Impulse diese für die späteren politischen Entscheidungen geben konnten. Ich hoffe, sehr, dass auch die Stadträt*innen, die ebenfalls zahlreich vertreten waren, viele Impulse mitgenommen haben, um auch für München ein Nachhaltigkeitsmanagement und wirkliche Nachhaltigkeitsstrategie aufzusetzen – und hierfür die nötigen Strukturen zu schaffen und Instrumente einzusetzen.“

Maren Schüpphaus Mitglied im Koordinationskreis von MIN, Koordination der Manufaktur 8 „Bürgerbeteiligung und Partizipation“.

Zum Inhalt des Lab1:

Mitwirkung und Teilhabe der Menschen sind Voraussetzungen, dass die Umsetzung der großen Transformation gelingen kann. Die Umorientierung Richtung Nachhaltigkeit fordert von allen Beteiligten neue Wege zu gehen: Abschied vom Ungeeigneten, Durchdenken und Erproben zukunftsfähiger Alternativen. Nutzen wir die Kompetenzen und das Wissen der Münchner*innen für die Zukunftsgestaltung unserer Stadt: Sie bringen ihre Ressourcen gerne ein für ihre Stadt. Die entscheidende Frage, die in diesem Lab diskutiert werden soll: Was braucht eine Kommune, um dieses Potenzial heben zu können?

Dieses Lab wurde von Maren Schüpphaus (MIN) und Gerlinde Wouters (FoeBe) betreut.
Moderation: Julia Pfinder

Weitere Informationen dazu:  Lab1 Thesenpapier

 

MIN-Lab 2: Soziale Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit – gemeinsam geht’s!

„Drei Thesen fanden in der Bewertung und Diskussion die höchste Aufmerksamkeit und Zustimmung:

  1. Die soziale Gerechtigkeit in München und auf der ganzen Welt ist ein Grundpfeiler der sozial-ökologischen Transformation und soll unverzichtbarer Bestandteil der Münchner Nachhaltigkeitsstrategie sein.
  2. München soll sich im eigenen Bereich, auf Landes- und Bundesebene für einen nachhaltigen und verantwortungsvollen Umgang mit Grund und Boden einsetzen. Ziel muss eine am Gemeinwohl orientierte, sozial-ökologische Nutzung von Grund und Boden sein.
  3. Quartiersinitiativen und Nachbarschaften sollen unterstützt und gefördert werden, weil sie besonders geeignet sind zu einer resilienten (zukunftsfähigen) Entwicklung beizutragen.“

Thomas Koedelpeter (MIN)

Zum Inhalt des Lab 2:

Im Nachhaltigkeitsdiskurs kommt die soziale Dimension der Nachhaltigkeit mit dem Element der sozialen Gerechtigkeit meist zu kurz. Erst in jüngster Zeit werden neben den planetarischen Grenzen die ungleichen und ungerechten Lebensbedingungen der Menschen im globalen Süden und in den Städten der Wohlstandsländer zur gesellschaftspolitischen Herausforderung.  Wie die sozial-ökologische Transformation so gestaltet werden kann, dass die Spaltung in Arme und Reiche, in bildungsferne und bildungsaffine Milieus, in Gewinner und Verlierer des Wandels und die Geschlechterungerechtigkeit überwunden werden kann, ist ein Thema von hoher aktueller Brisanz und muss als Querschnittsaufgabe im Münchner Nachhaltigkeitsmanagement verankert werden.

Dieses Lab übernahmen Saskia Adlon (Verein Stadtteilarbeit e.V.), Elena Golfidis (amanda – für Mädchen* und junge Frauen*, VfpI e.V.) und Thomas Ködelpeter (MIN).
Moderation: Dietmar Schöckel

Weitere Informationen dazu:  Lab2 Thesenpapier

 

MIN-Lab 3: München braucht ein effektives Nachhaltigkeitsmanagement!

„Aus meiner Sicht ist das Hearing hervorragend gelungen:

  • Technisch hat alles bestens funktioniert.
  • Die Vorträge waren alle passend; manche Referent*innen hätten noch etwas präziser auf das jeweilige Thema eingehen können.
  • In den Labs ist sehr konstruktiv diskutiert worden. Die Thesen fanden große Zustimmung. Im Lab 3 ist deutlich geworden, dass die Stadt deutlich schneller ins Tun kommen muss und die Ziele sowie die Zielerreichungsgrade künftig stärker quantifiziert werden müssen.
  • Die Entwicklung einer systematischen Nachhaltigkeitsstrategie sowie die Implementierung eines effektiven NH-Managements fanden bei den Teilnehmenden große Zustimmung.
  • Die Einrichtung eines NH-Rates wurde teilweise kritisch gesehen, da dies auch wieder viel Zeitbedarf verursachen würde.
  • Deutlich wurde im Lab 3 auch, dass sich das Planungsreferat bereits auf dem Weg zu einem NH-Management sieht.
  • Grundsätzlich hätte ich mir noch etwas mehr Rückendeckung durch Stadträte gewünscht.

Helmut Schmidt (MIN)

Zum Inhalt des Lab 3:

Kommunen sind wichtige Akteure bei der Umsetzung der Agenda 2030 mit ihren 17 SDGs auf lokaler Ebene – so auch München. Mit Einzellösungen und unverbindlichen Zielen können diese komplexen Herausforderungen nicht bewältigt werden. Vielmehr muss ein professionelles Nachhaltigkeitsmanagement eingerichtet werden, da viele Themen, zahlreiche Akteure und ein langfristiger Zeitraum zu beachten sind.

Helmut Schmidt (MIN) und Stefanie Börsig (MIN) waren  verantwortlich für Lab 3.
Moderation: Nana Kurmann

Weitere Informationen dazu:  Lab3 Thesenpapier

 

 

Warum hat München immer noch keine Nachhaltigkeitsstrategie?

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