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Erster Workshop „Soziale Gerechtigkeit“ – Auftakt für mehr soziale Nachhaltigkeit

Ein gutes Leben wünschen sich Menschen aller Generationen – heute und in Zukunft. Doch steigende Preise für Miete, Energie und Lebensmittel belasten vor allem Menschen mit geringem Einkommen. Gleichzeitig tragen besonders wohlhabende Bevölkerungsgruppen überproportional zu den weltweiten CO₂-Emissionen bei. Wer soziale Gerechtigkeit und Klimaschutz zusammen denkt, kommt an der Frage der Umverteilung nicht vorbei.

Erster Ideen-Workshop zum Thema „Soziale Gerechtigkeit”

Am 19. Mai lud die MIN zu einem Ideen-Workshop zum Thema „soziale Gerechtigkeit” ein. Aktive und Interessierte aus dem MIN-Bündnis kamen zusammen, um Erfahrungen auszutauschen und Perspektiven zu teilen. Mit dabei waren Vertreter*innen von morgen e. V., der Diakonie, der Caritas, dem Tagwerk e. V., dem ZIRKEL für kulturelle Bildung e. V., dem Nord-Süd-Forum, dem Gesundheitskollektiv sowie Mitarbeitende der MIN. Gemeinsam diskutierten sie über Herausforderungen, Chancen und konkrete Möglichkeiten für mehr soziale Gerechtigkeit in München.

Konfliktfeld Ökologie und soziale Gerechtigkeit

Ökologie und soziale Gerechtigkeit geraten nicht nur in München immer wieder in Konflikt. Mehr Aufenthaltsqualität bedeutet beispielsweise oft weniger Parkplätze. Naturerhalt konkurriert mit Wohnraum-Neubau. Investitionen in Klimaanpassung stehen mitunter neben Kürzungen für soziale Bedarfe. Dabei hängen Wohnen, Mobilität, Teilhabe und Klimaschutz eng zusammen. Ökologische und soziale Fragen lassen sich kaum getrennt betrachten.

soziale Gerechtigkeit

Soziale Ungleichheit in München hat ein großes Thema

Ein Thema zog sich wie ein roter Faden durch den Abend: Wohnen. Hohe Mieten, Gentrifizierung und Obdachlosigkeit prägen für viele Menschen in München den Alltag. Gleichzeitig erhöhen die Wachstumsziele der Stadt den Druck auf den Wohnungsmarkt.

Auch Diskriminierung, Armut, Gesundheit und Bildung standen auf der Agenda. Die Kürzungen im sozialen Bereich erschweren vielen Menschen die gesellschaftliche Teilhabe. Ein weiteres Thema war die Hitzebelastung in der Stadt. Die Folgen des Klimawandels treffen Menschen unterschiedlich stark. Wer in dicht bebauten Vierteln mit wenigen Grünflächen und wenig Schatten lebt, leidet stärker unter hohen Temperaturen.

„Die wertvolle Arbeit der Sozialverbände ändert erst einmal nichts an den Ursachen, sondern lindert Symptome der Armut, siehe beispielsweise die Tafeln. Es ist die Aufgabe der Politik, die Ursachen zu bekämpfen und ein wichtiger Hebel ist die Umverteilung von Vermögen“, sagt Michaela Mahler, Projektverantwortliche bei der MIN.

Wer sitzt nicht mit am Tisch?

Wessen Perspektiven fehlen in Münchner Nachhaltigkeitsdebatten? Einkommensschwache und migrantische Menschen, Alleinerziehende, Menschen mit Behinderung, Arbeitslose, psychisch Erkrankte, Menschen außerhalb von Vereinen und Netzwerken und jene, die von Münchens Lebensweise betroffen sind, aber weit außerhalb der Stadt – oft im globalen Süden – leben. „Diese Leerstellen zu benennen ist ein wichtiger erster Schritt, langfristig geht es darum, genau diese Menschen in die Debatten einzubeziehen und ihre Perspektiven sichtbar zu machen“, so Line Thomas von der MIN.

Neue Wege für soziale Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit

Ansätze wie Repair Cafés, Lebensmittelrettung oder niedrigschwellige Bildungsangebote zeigen, dass soziale Gerechtigkeit und Klimaschutz zusammen gehen können. Repair Cafés verlängern die Lebensdauer von Produkten und entlasten zugleich Budgets. Lebensmittelrettung reduziert Verschwendung und schafft Zugang zu Lebensmitteln. Niedrigschwellige Bildungsangebote fördern Teilhabe und stärken das Bewusstsein für nachhaltiges Handeln.

Der Auftakt ist die Basis für die nächsten Schritte. Die gesammelten Ideen und Impulse fließen nun in die weitere Arbeit der MIN ein. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie sich neue Zugänge schaffen lassen. Direkt dort, wo Menschen bereits unterwegs sind, etwa in Nachbarschaftstreffs oder konsumfreien Räumen. „Es ist wichtig als Bündnis mit dem Schwerpunkt Nachhaltigkeit, die sozialen Aspekte nicht aus dem Blick zu verlieren.  Denn im Grunde geht es doch darum, dass wir alle ein gutes Leben führen und dazu gehört bezahlbarer Wohnraum genauso, wie Klimaschutz.“, sagt Michaela Mahler, die zusammen mit Line Thomas das neue Projekt „soziale Gerechtigkeit“ der MIN koordiniert.

Anmerkung: Aktuelle Daten zur Armut gibt es derzeit in München nicht. Der Armutsbericht der Stadt erscheint nur alle vier Jahre und wird erst 2028 wieder vorgelegt. Auch die Münchner Armutskonferenz, die bislang dreimal stattfand, verschiebt sich auf 2027. Als Grund nennt die Stadt Sparmaßnahmen. Dadurch fehlen wichtige Grundlagen, um soziale Herausforderungen sichtbar zu machen und gezielt anzugehen.
https://www.sueddeutsche.de/muenchen/muenchen-armutsbericht-verschoben-sozialreferat-linke-streit-li.3300340

 

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Soziale Gerechtigkeit

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