Mehr Bio auf der Wiesn: Was sich 2026 beim Oktoberfest bewegt

Die Wiesn rückt näher und damit beginnt für Faire Wiesn wieder die Zeit, Speisekarten zu analysieren. Einige Oktoberfest-Wirt*innen haben uns ihre Karten bereits geschickt. Seit 2019 beobachten wir die Karten und seit 2023 erfassen wir mit unserer jährlichen Auswertung, wie sich das Angebot verändert. Wie viel Bio landet auf den Tellern? Gibt es mehr vegetarische und vegane Gerichte? Und wird das Oktoberfest fairer?
Das ist nämlich unser Ziel, das wir mit über 30 Projektpartner*innen bei Faire Wiesn verfolgen. Wir wollen, dass das Oktoberfest und alle anderen Großveranstaltungen in München zu mehr Nachhaltigkeit beitragen. Deshalb haben wir uns sehr über den zweiten Runden Tisch im März 2026 gefreut. Rund 40 Vertreter*innen aus den Bereichen Gastronomie, Schaustellerbetriebe, Zivilgesellschaft, Bio-Anbauverbände, Stadtrat und Verwaltung kamen zusammen und diskutierten, wie wir ein nachhaltigeres Oktoberfest umsetzen können.
Mehr zum zweiten Runden Tisch auf der Wiesn
Unterstützung für Wirte und Bio-Betriebe
Bereits im zweiten Jahr unterstützt Johanna Zierl (auf dem Foto), die Wertschöpfungskettenmanagerin, die Oktoberfest-Wirte bei der Umstellung auf bio-regionale und biologische Produkte. Sie bringt Bio-Produzent*innen und Lieferanten mit den Festzeltbetreiber*innen zusammen und hilft dabei, passende Lieferketten aufzubauen.
Das Projekt „Mehr Bio auf der Wiesn“ ist beim Bioland-Landesverband Bayern angesiedelt. Gemeinsam mit der Vereinigung der Münchner Wiesnwirte, der Landesvereinigung für den ökologischen Landbau in Bayern, der Naturland Zeichen GmbH und dem Förderverein Tagwerk arbeitet das Projekt daran, mehr Bio-Lebensmittel auf das Oktoberfest zu bringen. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft fördert das Projekt.
Kurz vor der Wiesn haben wir die Wertschöpfungskettenmanagerin Johanna Zierl gefragt, wie es 2026 läuft. „Im Großen und Ganzen geht es gut voran“, sagt die gelernte und studierte Landwirtin.
Einige Zelte gehen mit großen Schritten voran
Sie freut sich besonders darüber, dass sich bei einigen Betrieben dieses Jahr besonders viel bewegt hat. Dazu gehört der „Fisch-Bädä Wiesnstadl“, eins der kleinsten Zelte auf der Wiesn. Auch beim Fischer Vroni Festzelt stößt das Thema Lebensmittelherkunft auf großes Interesse. Und im Schottenhamel läuft die Umstellung auf Bio inzwischen fast von allein“, resümiert Johanna, um nur einige zu nennen.
Dabei bleibt der Weg nicht frei von Hindernissen. Die gerichtliche Debatte rund um die Wiesn hat in diesem Jahr bei vielen Wirten Kapazitäten gebunden.
Trockenheit macht (Bio-)Produkten zu schaffen
Eine weitere Herausforderung in diesem Jahr ist das Wetter. Die anhaltende Trockenheit belastet viele landwirtschaftliche Betriebe. Landwirte müssen zusätzliches Futter kaufen und ernten kleinere Produkte und auch Mengen als gewohnt. Das betrifft beispielsweise Blaukraut und Kartoffeln.
Gerade im Allgäu stellt das die Landwirte vor neue Herausforderungen. Dort sind solche Bedingungen für viele Betriebe neu. Trockheitsgeprägtere Regionen wie Franken haben sich bereits stärker auf trockene Jahre eingestellt. Die Folgen spüren am Ende auch die Abnehmer. Wenn die Erträge sinken und die Betriebe zukaufen müssen, steigen die Kosten.
Bio von der Wiesn ins Stammhaus
„Einige Wirte übertragen ihre Erfahrungen mit Bio inzwischen auch auf ihre Stammhäuser. Auch bei den klassischen Wiesn-Gerichten tut sich etwas.“ freut sich Johanna. In zwei Zelten gibt es dieses Jahr erstmals auch aufgrund der Hilfe von Johanna Weißwürste mit Biosiegel.
Wie viel Bio steckt 2026 in der Wiesn? Wie groß ist das vegetarische und vegane Angebot? Wir sitzen derzeit an der Auswertung und werden die Ergebnisse zu Beginn des Oktoberfests veröffentlichen.