Stadtrat beschließt Nachhaltigkeitsstrategie ohne klare Ziele
Zehn Jahre Diskussion, viel Hoffnung und am Ende nur ein grober Rahmen. Der Planungsausschuss des Münchner Stadtrats erklärt die „Perspektive München“ zur Nachhaltigkeitsstrategie. Die Münchner Initiative Nachhaltigkeit freut sich über den Schritt. Doch sie vermisst klare Ziele, verbindliche Umsetzung und echte Steuerung.
Ein Schritt nach vorn – aber keiner ans Ziel
Der Planungsausschuss des Stadtrats hat Anfang Januar 2026 beschlossen: Die „Perspektive München“ soll künftig die Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt sein.
„Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer, und ein Beschluss ersetzt keine Strategie“, sagt Helmut Schmidt von der MIN trocken. Der Beschluss bleibe zu vage. Er zeichne eher ein Leitbild als ein System mit klaren Zielen. Genau das hatte sich die Initiative erhofft: konkrete Vorgaben, messbare Fortschritte und ein starkes Management.
Nachhaltigkeit braucht den Blick aufs Ganze
Kritik gibt es auch an der weiteren Planung. Die Stadt will Nachhaltigkeitsziele erst nach und nach festlegen. Jeweils dann, wenn sie eine von 15 Fachleitlinien überarbeitet. „So entsteht keine echte Steuerung“, sagt Maren Schüpphaus von der MIN. „Wer Themen einzeln behandelt, übersieht Zusammenhänge. Zielkonflikte bleiben ungelöst. Nachhaltigkeit funktioniert nur ganzheitlich.“
Fehlende Steuerung verhindert echte Veränderung
Besonders bedauert die MIN ein Punkt: Es fehlt eine zentrale Steuerungsgruppe. Das Deutsche Institut für Urbanistik empfiehlt sie seit Jahren. Viele Kommunen setzen sie längst ein.
„Eine solche Gruppe bringt Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft an einen Tisch“, sagt Helena Geißler, Sprecherin der MIN. Sie koordiniert, prüft Fortschritte und treibt Lösungen voran. Ohne dieses Gremium fehlt der Motor für echte Veränderung. Die MIN hofft, dass die Stadt hier noch nachbessert und einen offenen Nachhaltigkeitsdialog startet.