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Klimaschutz braucht Geld – MIN-Vorständin berichtet von „Financing Climate Action“ Konferenz

Nicht nur München steht vor großen Umbrüchen. Städte weltweit suchen nach Wegen, Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit und wirtschaftliche Entwicklung zusammen zu denken. Die „Financing Climate Action“ Konferenz im Mai auf der IFAT Munich 2026 brachte mehr als 50 Vertreter*innen von Städten und städtischen Unternehmen, Finanzinstituten, Investoren, Projektentwicklern und der organisierten Zivilgesellschaft zusammen, um eine der dringlichsten Herausforderungen unserer Zeit anzugehen: die Schließung der mehrere Billionen Euro schweren Klimafinanzierungslücke in europäischen Städten. Die Konferenz wurde vom Referat für Klima- und Umweltschutz der Landeshauptstadt München im Rahmen ihrer Arbeit an der „Munich Finance Facility“ (MFF) organisiert, einer Initiative zur Optimierung der Finanzierung lokaler Klimaprojekte.

Im Mittelpunkt stand die Frage, wie der Übergang unserer Städte zur Netto-Null-Emissionswirtschaft finanziert werden kann und warum Finanziers nicht genügend investitionswürdige Projekte finden, während es Projektträgern schwerfällt, Zugang zu Finanzmitteln zu erhalten.

Die Diskussionen des Tages ließen sich auf drei Kernbotschaften zusammenfassen:

• Die transformative Wirkung und investitionswürdige Klimalösungen werden zu einem zentralen Investitionsfaktor
• Eine frühzeitige Einbindung und Zusammenarbeit der Städte, Finanziers und Akteure der Umsetzung ermöglicht neue Wertschöpfungsmodelle
• Durch die Bündelung und Strukturierung von Projekten, die auf lokaler Ebene derzeit zu klein oder zu fragmentiert sind,  entstehen investitionswürdige Portfolios

Bürger*innen als Teil der Lösung

MIN-Vorständin Katja Deutsch nahm an der Konferenz teil und setzte als Impulsgeberin beim Roundtable „Bridging“ wichtige Akzente. Dabei ging es vor allem um neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Städten, Kommunen, Finanziers und der Zivilgesellschaft.
Im Fokus stand die Frage, wie Bürger*innen stärker als Interessengruppe eingebunden werden können. Gleichzeitig ging es darum, wie sich Nachbarschaftsinitiativen dabei unterstützen lassen, gemeinnützige Projekte langfristig in tragfähige und wirtschaftlich stabile Modelle umzuwandeln. Zu den diskutierten Instrumenten gehörten Green Bonds / grüne Anleihen für Bürger, Crowdfunding für lokale Projekte, Energiegemeinschaften und Nachbarschaftsräte als Foren für den Dialog.

Lebensqualität statt reiner Gewinnlogik

Aus Sicht der MIN-Vertreterin braucht es dabei auch ein neues Verständnis von Rendite. Der Begriff „Kapitalrendite“ dürfe sich nicht nur auf finanzielle Gewinne beschränken. Ebenso wichtig seien eine Stärkung der Lebensqualität und der Gemeinschaft.
„Das Bruttoinlandsprodukt misst alles, nur nicht das, was das Leben lebenswert macht“ bekundet bereits in den 1960ern Robert Kennedy, US-Politiker. Ein Umdenken in soziale und ökologische Werte ist zeitgemäß, da sie das Leben in Städten entscheidend prägen, so Katja Deutsch.

Wenn Bürgerinitiativen Städte verändern

Dass Engagement aus der Bevölkerung konkrete Veränderungen anstoßen kann, zeigte bereits vor über 100 Jahren die sogenannte Bürgertram in Grünwald. Erst durch private Initiative kam das Projekt voran. Heute gilt es als langlebiges Beispiel dafür, wie Bürger*innen Infrastrukturprojekte mitgestalten können.
Auch das EU-Projekt ASCEND in München verfolgt neue Ansätze für klimafreundliche Stadtentwicklung. Ziel ist es, innovative Lösungen für nachhaltige Quartiere zu entwickeln und europaweit sichtbar zu machen.
Die Bürger-Energie-Genossenschaft BENG mit rund 3.000 Energie-Gemeinschaften in Deutschland ist ebenfalls in der Lage, Projekte zu entwickeln, wirtschaftlich zu sein und soziale Bedürfnisse auf Nachbarschaftsebene anzugehen.

Diese Finanzierung von Klimaschutz mittels Bürgerinitiativen stellt ein wichtiges Mittel zur Schließung aktueller Finanzierungslücken dar. Jedoch müsste Klimaschutz endlich als Daseinsvorsorge anerkannt werden. Diese Priorisierung würde eine breitere, langfristige und grundlegende Finanzierung von Klimaschutzmaßnahmen zu ermöglichen.

Mehr Informationen zur Financing Climate Action Konferenz hier.

Finanzierung, Klimaschutz braucht Geld, MFF

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